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 Vor 70 Jahren/ Hans Beimler
Vor Genau 70 Jahren, am 1.Dezember 1936 wurde der Politkommissar des Thälmann-Bataillons Hans Beimler von einen faschistischen Scharfschützen durch eine Kugel vor Madrid erschossen.

Hans Beimler war einer der von den Faschisten am meisten gehaßten antifaschistischen Kämpfer.

Aus dem Leben von Hans Beimler
Am 2.Juli 1895 als Sohn eines Landarbeiters und einer Magd im Waldthurn (Oberpfalz) geboren- Besuch der Volksschule. Anschließend Schlosserlehre.1913 Eintritt in den Deutschen Metallarbeiterverband- Arbeit auf einer Hamburger Werft 1914 bis 1918 Militärdienst auf einem Minensuchboot- eigene Kriegserlebnisse, die Antikriegsagitation der Spartakusgruppe und das Beispiel der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution bewirken seine Entwicklung zum Revolutionär- November 1918 Teilnahme an der Revolution in Cuxhaven, Mitglied eines Arbeiter- und Soldatenrats- Rückkehr nach München- Beitritt zum Spartakusbund, Mitglied der KPD seit ihrer Gründung- April/Mai 1919 Teilnahme an der Arbeit der Münchner Räterepublik sowie an den bewaffneten Kämpfen zu ihrer Verteidigung- kurzzeitige Inhaftierung- Arbeit als Maschinenschlosser; Gewerkschafts- und Parteiarbeit- 1921 Verurteilung zu 2 Jahren Festung, weil er den Transport reaktionärer Truppen zur Niederschlagung der Arbeiter Mitteldeutschlands zu vereiteln suchte.1923 nach der Entlassung aus der bayrischen Haftanstalt Niederschönfeld Arbeit in der Münchner Lokomotivfabrik Kraus, Betriebsratmitglied- 1925 Teilnahme an der Reise in die Sowjetunion- seit Juni 1925 Mitglied der Bezirksleitung Südbayern der KPD, verantwortlich für Betriebsarbeit, später bis 1928 als Sekretär für Gewerkschaftsfragen und Arbeit der Massenorganisationen- 1928 nach Reorganisation des Unterbezirks Augsburg der KPD dessen Leiter bis Frühjahr 1932- seit dieser Zeit Politischer Leiter des Bezirks Südbayerns der KPD. Von Dezember 1929 bis August 1932 Mitglied des bayrischen Landtags- seit Juli 1932 Mitglied des Reichstags. Am 7 Februar 1933 Teilnahme an der illegalen Tagung des ZK der KPD in Ziegenhals bei Berlin- am 4. März 1933 Wiederwahl in den Reichstag- Frühjahr 1933 illegale Arbeit in Bayern- am 11. April 1933 Verhaftung in München, nach Folterungen im Polizeipräsidium am 25. April Überführung in das Konzentrationslager Dachau- in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1933 Flucht- nach mehrwöchigem illegalen Unterschlupf auf Beschluss der Partei Übertritt ins Ausland- kurzer Erholungsaufenthalt in der Sowjetunion- im August 1933 erscheinen des Erlebnisberichts „Im Mörderlager Dachau“. Der internationales Aufsehen erregt-1934 bis 1936 konspirative Parteiarbeit in der CSR, der Schweiz und in Frankreich- Kampf für die Einigung aller Hitlergegner in der Einheits- und Volksfront- am 4. August 1936 als Beauftragter des ZK der KPD Reise nach Spanien-Verantwortlicher für die politische Arbeit unter allen in Spanien lebenden deutschen Emigranten- Hilfe beim Aufbau der Centuria Thälmann und der Bataillone der XI Internationale Brigade - erster Kriegskommissar des Thälmann-Bataillons - am 1. Dezember 1936 vor Madrid gefallen*

Der Madrider Sender funkt am 1. Dezember 1937 in acht Sprachen der Welt: „ Wir gedenken heute in unseren Sendung eines großen Toten unseres Freiheits- und Unabhängigkeitskampfes, des deutschen Antifaschisten Hans Beimler, der heute vor einem Jahr vor Madrid gefallen ist- als Symbol dafür, dass das deutsche Volk in seiner entscheidenden Mehrheit der verbrecherischen Intervention Hitlers gegen unsere Heimat ablehnend und feindlich gegenübersteht.... Das deutsche Volk hat im Verlaufe der jetzt bereits mehr als 16monatigen Dauer unseres Krieges gegen Franco, Hitler und Mussolini zahlreiche Beweise seiner Solidarität mit unserem spanischen Freiheits- und Unabhängigkeitskampf erbracht. Der stärkste Beweis dieser Solidarität ist die Tatsache dass viele der besten Söhne des deutschen Volkes in den Reihen der internationalen Brigaden in Spanien ihr Leben eingesetzt haben für unsere Sache , die auch Sache des deutschen Volkes, die Sache aller Völker ist. Gerade heute gedenken wir eines Besten jener kühnen Schar wahrhafter antifaschistischer Kämpfer: Hans Beimler.“**

Hans Beimler war nicht nur Antifaschist , er war auch Kommunist gewesen. In Deutschland hatte er eine politisch führende Stellung eingenommen, bis zur Machtübernahme der Faschisten, war er gewählter kommunistischer Reichstagsabgeordneter. Hans Beimler hatte eine Begabung , mit Menschen umzugehen. Er stellte dies im besonderen unter Beweis, später in der Emigration, bei der Leitung einer Solidaritätsorganisation, wo er Menschen unterschiedlichster Art angetroffen hatte. Mit Pflichtbewußtsein erfüllte er seine Aufgabe, dies geht aus seinen Aufzeichnungen und Notierungen hervor. Sie enthalten genaue Aufstellungen, was jeder seiner Schützlinge zu bekommen hatte.
Auch in Spanien blieb er derselbe. Als politischer Kommisar der deutschen Bataillone, der internationalen Brigaden (bekannt unter den Namen Thälmann-Bataillon) kümmerte er sich stets auch um das Alltägliches, das der einzelne brauchte. Bericht eines internationalen Brigadisten im britischen „Daily Worker“ (5.12 1936) „ Er schreibt auf was,jeder Familie fehlt, sorgt dafür, daß das Nötige wirklich beschafft wird. Jeder weiß, wenn er etwas braucht, kann er zum Hans kommen, der Hans wird schon helfen und Rat wissen.- Solange der Hans bei uns ist, sind wir nicht verloren.“

Aber auch eine andere Aussage charakterisierte Hans Beimler als einen einfachen und bescheidenden Menschen.

„In seinen Benehmen war er äußert einfach, natürlich und bescheiden. Wenn man ihn kennenlernte, wäre man nie auf den Gedanken gekommen, einen „Prominenten“ der Partei, einen der bekanntesten revolutionären Kämpfer vor sich zu haben... Er war meist still, folgte der Unterhaltung mit dem ihm eigenen, gütigen, etwas verschmitzten Lächeln, bildete sich aber dabei ein genaues Urteil über den anderen, mit dem er meist das Richtige traf...Seine von der früheren Schlosserarbeit her gehärteten Hände waren gute Hände, zu denen man sofort Vetrauen faßte... Wer Rat und Hilfe brauchte, kam zu ihm.. Er machte nicht viele Worte, doch übertrug sich seine große menschliche Wärme, seine innere Sicherheit und Ruhe auf jenen, und ich sah keinen , der mutlos von ihm ging... Er mußte schon etwas Besonderes sein, um ihn aus seinem harmonischen Gleichgewicht zu bringen. Dann aber war er auch wie ausgewechselt... Sein Gesicht wurde hart, verschlossen, wie aus Stein gemeißelt. Die ausgeprägten Backenknochen traten noch mehr hervor... Aus solchen Augenblicken weiß ich, daß es in ihm Härten, rasende Energien gab, die, einmal entfesselt, den anderen unerbittlich treffen konnten... Aber nie ging es ihm um die eigene Person, sondern stets nur um die Sache, der sein Leben galt.“***

Hans Beimler suchte auch immer die Auseinandersetzung mit politisch andersdenkenden Menschen, wenn es um die Einheitsfront ging,
gegen den Faschismus gemeinsam zu kämpfen.

Am 11.April 1933, kurz nach seiner illegalen Tätigkeit, wurde Hans Beimler verhaftet und ins KZ Dachau gebracht, wo er gefoltert und mißhandelt wurde von den faschistischen Aufsehern. Immer wieder versuchten die Mordbanditen, ihn zu bewegen, daß er Selbstmord begehen sollte. Einer, der besonders darauf bedacht war, war ein Kommandant Steinbrenner, der von Hans Beimler als Mordbrenner bezeichnet wurde. Dieser Name wäre zutreffender für einen, der ein Mörder und Peiniger aller in Dachau ermordeten Gefangenen war. Dieser Kommandant nun wollte, daß Hans Beimler sich selbst erhängte, worauf Hans einmal erwiderte: „Herr Kommandant ! Ich bin seit 14 Jahren Mitglied der Kommunistischen Partei und habe um meinen und der Arbeiterklasse Leben gekämpft und bin nicht gewillt, freiwillig auf meinen Leben zu verzichten....“****

In der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1933 gelang Hans Beimler als ersten Gefangenen des KZ Dachau unter großer Anstrengungen mit zerschundenem Körper und unter Mithilfe einiger Genossen die Flucht.
Er wurde von den Genossen und Freunden sechs Wochen lang betreut und versteckt, bis es gelang, ihn nach Prag und dann in die UdSSR in Sicherheit zu bringen.

Nach der Flucht schrieb er die Broschüre „Im Mörderlager Dachau- vier Wochen in den Händen der Braunen Banditen“ dieser authentische Bericht, die Wahrheit über das Konzentrationslager Dachau erscheint 1933 in deutscher, englischer und russischer Sprache, und wird somit eins der ersten dokumentarischen Zeugnisse über das faschistische Terrorsystem in Deutschland.

Anfang August 1936 ging er, Hans Beimler, als einer der ersten Freiwilligen nach Spanien, um die verfassungsmäßige Republik gegen den faschistischen Putsch General Francos, der von Hitler massiv unterstützt wurde, zu verteidigen. Am 1 Dezember 1936 fiel Hans Beimler beim Verteidigungskampf gegen die Faschisten vor Madrid.

Vom Tage der Aufbahrung bis zur Beisetzung auf dem Bergfriedhof von Montjuich in Katalonien nahmen über zwei Millionen Spanier von Hans Beimler Abschied. Man sagte, daß soviel Anteilnahme selbst spanischen Königen nie zuteil geworden sei.
Die erste offizielle Nachricht über Hans Beimlers Tod gab die militärische und politische Leitung der Internationalen Brigaden heraus. Darin hieß es :
„Uns konnte kaum ein Verlust schwerer treffen als der unseres Genossen Hans Beimler. Alle kannten ihn. Jeder sprach mit ihm. Jeder hatte Vertrauen zu ihm. Mit vielen von uns war er eng verbunden. In Moskau, Paris, Prag und Zürich haben wir mit ihm zusammen gearbeitet und schätzten seine kräftige Art, große wie kleine Fragen anzupacken... Mit unseren Fahnen senken sich vor ihm auch die Fahnen der spanischen Bataillone...“

Zum Abschluß kann man sagen, daß Hans Beimler auch heute noch ein Vorbild ist, gerade für die Jugend heute, der gegen den Kapitalismus und Faschismus gekämpft und dafür sein Leben einsetzte. Er kämpfte für ein sozialistisches Deutschland.
In der ehem. DDR wurde Hans Beimler geehrt. Die DEFA drehte einen Fünfteiler unter der Regie von Rudi Kurz „Hans Beimler, Kamerad“.


Quelle */**** "Im Mörderlager Dachau" Militärverlag der DDR
** "Die wiedergefundenen Liste" Hft. über Antifaschisten 1998
*** HP Niolaus Brauns /Texte A.s

Mario, 29.11.2006 01:56
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