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 Zur Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener nach dem 2.WK - Eine neue Antwort erstellen Ihre Schreibrechte
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 RE: Zur Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener nach dem 2.WK


Die Verdichtung des verbesserten nachrichtendienstlichen Materials und die erfolgreiche Analysetätigkeit9 stärkten den Ruf von FHO und von Gehlen persönlich unter den deutschen Militärs.
Vergleichende Analysen der deutschen Akten beweisen allerdings, daß die FHO-Informationen nur geringfügig besser waren als die Ergebnisse der anderen faschistischen Spionageorganisationen. Hingegen waren die Einschätzungen über Stärke und Zusammensetzung sowjetischer Einheiten aufgrund zahlloser Verhöre von Kriegsgefangenen denen der Konkurrenz überlegen. Als »schwach« wurden jedoch die Informationen über strategische Absichten der sowjetischen Führung eingeschätzt. Nicht zu übersehen war eine Tendenz zur Überbewertung der deutschen Kampfkraft.
Ein typisches Beispiel der Irrtümer von Gehlen: Er prognostizierte die sowjetischen Angriffsrichtungen in der Stalingrader Schlacht falsch und unterschätzte damit die Bedrohung der 6. Armee. Und für das Kriegsjahr 1944 sagte er einen »ruhigen Sommer« voraus, weil er annahm, daß die sowjetische Seite nicht die taktische Fähigkeit besäße, die deutschen Armeegruppen im Zentrum und im Norden der Front anzugreifen — doch am 22. Juni 1944 starteten die sowjetischen Streitkräfte ihre größte Offensive während des Krieges.10
Das Selbstbild vom »fairen und untadeligen Soldaten« wurde bereits damals in die Welt gesetzt und seither kolportiert. Für die Verbrechen in den besetzten Gebieten seien ausschließlich SS, SD und Gestapo verantwortlich gewesen.11 Auf diesem Ticket versuchte auch die Spionageorganisation Fremde Heere Ost zu reisen. Jedoch wurde vom IMT in Nürnberg bewiesen, daß die FHO in die Verbrechen an sowjetischen Kriegsgefangenen verwickelt war. Die von Gehlen verfeinerten Verhör-Methoden bewegten sich in einem Umfeld von »Kommissarbefehl«12, Gerichtsbarkeitserlaß'3 und anderen Befehlen zur unmenschlichen Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener und Zivilpersonen. Die Angehörigen der deutschen Spionageorganisation Fremde Heere Ost waren am Tod unzähliger sowjetischer Kriegsgefangener direkt und indirekt beteiligt, mithin sind sie mitschuldig an den deutschen Kriegsverbrechen.
Das wurde auch aus dem Zusammenspiel von SS- und FHO-Personal auf allen Ebenen sichtbar. »Auf der Führungsebene waren
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dies häufige und von guter Zusammenarbeit geprägte Gespräche zwischen RSHA-Chefs und Gehlen. Dies ging bis zu einem formalen Pakt zwischen Heydrich und Gehlen, in dem Heydrich Rückendeckung für Gehlens Wlassow-Armee versprach und Gehlen dafür den SD-Gruppen, einschließlich der >Zeppelin-Sonderkommandos< hinter den feindlichen Linien, Unterstützung zusagte.«13"
»Bei »Gehlens Wlassow-Armee« handelte es sich um eine deutsche Erfindung. Im Sommer 1942 war der 41 jährige sowjetische General Andrej Andrejewitsch Wlassow als Oberbefehlshaber der 2. Stoßarmee beim Kampf um Leningrad in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten. Dort lief er zum Feind über und baute mit dessen Hilfe die Russkaja Oswoboditel'naja Armija (ROA), die Russische Befreiungsarmee, auf. Wlassow sammelte Kriegsgefangene, Ostarbeiter und russische Emigranten um sich, mit denen er gegen die Rote Armee kämpfen wollte. Im Frühjahr 1944 stellte die Waffen-SS verschiedene russische Einheiten auf. Dazu zählte auch das am 28. April gegründete XV. Freiwilligen-Kosaken-Kavallerie-Korps.
SS-Chef und Oberbefehlshaber des Ersatzheeres Heinrich Himmler, der selbst lange Zeit gegen die Aufstellung war, überzeugte den zunächst ebenfalls zögerlichen Adolf Hitler, eine Russische Befreiungsarmee zu gründen. Sie sollte schließlich rund eine Million Soldaten zählen.
Bei vielen, die sich dem Verräter Wlassow anschlossen, dürften die grauenhaften Bedingungen in den deutschen Kriegsgefangenenlagern eine nicht unerhebliche Rolle bei ihrer Entscheidung gespielt haben. Zwischen 1941 und 1945 gerieten weit über 5 Millionen sowjetische Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft. Die Gesamtzahl der verhungerten und ermordeten Rotarmisten betrug knapp 3 Millionen.
Im CIA-Dokument Statement of Gerhard Wessel on Development of German Organization wird dazu erklärt: Die Aufstellung der Wlassow-Armee war eines der Lieblingsprojekte Gehlens, das lange Zeit wegen kategorischer Ablehnung einer Zusammenarbeit mit »minderwertigen slawischen Untermenschen« durch Hitler und die SS nicht umgesetzt werden konnte. Gehlen sah aus Zweckmäßigkeitsgründen die Notwendigkeit einer radikalen taktischen Wende in der Behandlung der sowjetischen Menschen in den besetzten Gebieten aus seiner Sicht der Feindaufklärung, der Möglichkeiten
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Hallo Mirko ich habe mal hier etwas reinkopiert, von ein Buch, das von ehm. Kundschaftern geschrieben wurde " Angriff und Abwehr" Edition ost. hier wird historisch dargestellt, wie man lesen kann, das es Sowjetische Kriegsgerfangene gab die sich auf die Seite der Wlassow-Armee angeschlossen haben, die Motiven werden ebenfalls genannt, die Kurz dargestellt wurden. Wieviel Schuld jeder einzelne auf sich geladen hat, mag aus heutiger Sicht darüber Urteilen. Ich sehe es so, das sie für den Antikommunismus benutzt wurden, für die Zerstörung der sozialistischen Sowjetrepublik. Am ende wiegen ihre Taten höher, als ihre anfangsverteidigung für die Sowjetunion



Silvio, 09.08.2007 19:57
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